Neurodermitis (AD) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch trockene Haut, starken Juckreiz und wiederkehrende ekzematöse Läsionen gekennzeichnet ist. Sie tritt am häufigsten bei Kindern auf, kann aber auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben oder sich manifestieren. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit 15–20 % der Kinder und 1–3 % der Erwachsenen von Neurodermitis betroffen. In Industrieländern ist die Prävalenz deutlich höher; einige Studien gehen von Raten von bis zu 30 % in Regionen wie den nordischen Ländern aus.
Eine der größten Herausforderungen der Neurodermitis ist ihre Ähnlichkeit mit anderen dermatologischen Erkrankungen wie Schuppenflechte. Schuppenflechte ist zwar ebenfalls eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, zeichnet sich jedoch durch schuppige, rote Flecken aus, die durch einen beschleunigten Lebenszyklus der Hautzellen entstehen. Im Gegensatz zur Neurodermitis tritt Schuppenflechte häufiger bei Erwachsenen auf und betrifft etwa 2–3 % der Weltbevölkerung. Beide Erkrankungen verursachen erhebliche körperliche Beschwerden und emotionale Belastungen und beeinträchtigen die Lebensqualität.
Zu den Symptomen der Neurodermitis gehören starker Juckreiz, rote Flecken und Lichenifikation, eine Verdickung der Haut durch chronisches Kratzen. Betroffene erleben häufig Schübe, die durch Umweltfaktoren, Stress und Allergene ausgelöst werden. Erfahrene Dermatologen betonen, wie wichtig das Erkennen und Behandeln dieser Auslöser für die Linderung der Symptome ist. Dr. Emma Guttman, eine angesehene Dermatologin, empfiehlt einen individuellen Ansatz: „Das Verständnis der patientenspezifischen Auslöser und des Lebensstils ist der Schlüssel zur effektiven Behandlung der Neurodermitis.“
Die Behandlungsmöglichkeiten für Neurodermitis reichen von lokalen bis hin zu systemischen Therapien. Topische Kortikosteroide werden häufig verschrieben, um Entzündungen zu reduzieren, obwohl eine längere Anwendung zu Hautausdünnung und anderen Nebenwirkungen führen kann. Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus und Pimecrolimus bieten eine Alternative, insbesondere für empfindliche Bereiche, in denen Kortikosteroide weniger erwünscht sind. In schweren Fällen erweisen sich systemische Wirkstoffe wie Ciclosporin oder neue Biologika wie Dupilumab als wirksam.
In den letzten Jahren haben bedeutende Fortschritte bei biologischen und niedermolekularen Therapien die Behandlung von Neurodermitis und Psoriasis grundlegend verändert. Dupilumab, ein Interleukin-4-Rezeptorantagonist, ist eine bahnbrechende Behandlungsmethode für mittelschwere bis schwere Neurodermitis und zeigte in klinischen Studien deutliche Verbesserungen. Bei Psoriasis haben Biologika, die auf TNF-alpha, Interleukin-17 und Interleukin-23 abzielen, die Behandlung revolutioniert und den Patienten zu reiner Haut und verbesserter Lebensqualität verholfen. Diese biologischen Behandlungen werden in der Regel injiziert und erfordern eine kontinuierliche Überwachung durch medizinisches Fachpersonal.
In der Forschung gewinnen neue Therapien wie Januskinase(JAK)-Hemmer zunehmend an Bedeutung. JAK-Hemmer wie Tofacitinib und Baricitinib zielen auf die inneren Signalwege ab, die am Entzündungsprozess von Neurodermitis und Psoriasis beteiligt sind. Erste Studien deuten darauf hin, dass sie die Symptome wirksam lindern und gleichzeitig ein günstiges Sicherheitsprofil aufweisen. Gleichzeitig gewinnen topische PDE4-Hemmer wie Crisaborol an Popularität, da sie die TNF-alpha-Aktivität reduzieren und Entzündungen ohne die Nebenwirkungen von Steroiden lindern können.
Neben Hautentzündungen werden Neurodermitis und Schuppenflechte auch mit anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht, darunter Haarausfall, Akne und Zahnprobleme. Stress und systemische Entzündungen können beispielsweise den Haarausfall bei Menschen mit Neurodermitis verschlimmern. Neue Behandlungsmethoden wie die plättchenreiche Plasmatherapie (PRP) versprechen vielversprechende Ergebnisse bei der Förderung des Haarwachstums durch die Verbesserung der Follikelgesundheit. Ebenso bleibt Isotretinoin der Goldstandard bei schwerer Akne, obwohl neue Laserbehandlungen und Blaulichttherapien aufgrund ihrer minimalen Nebenwirkungen immer beliebter werden.
Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wird die Zahnpflege oft vernachlässigt. Es gibt zunehmend Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Psoriasis und Parodontitis, wahrscheinlich aufgrund systemischer Entzündungen. Zahnärzte empfehlen regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen und betonen die parodontale Gesundheit als wichtigen Bestandteil einer umfassenden Behandlung von Menschen mit Hauterkrankungen. „Die Mundgesundheit kann die systemische Gesundheit erheblich beeinflussen, was die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Patientenbetreuung unterstreicht“, erklärt Dr. Mark Reynolds, ein führender Parodontologe.
Kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung und Behandlung von Neurodermitis verdeutlichen die unterschiedlichen Erfahrungen der Patienten weltweit. In einigen asiatischen Ländern werden traditionelle medizinische Ansätze wie Kräuterbehandlungen und Akupunktur in die Behandlungsstrategien integriert. Im europäischen Gesundheitswesen hingegen liegt der Schwerpunkt eher auf der Integration psychologischer Unterstützung, da die emotionale Belastung chronischer Hauterkrankungen berücksichtigt wird.
Mit fortschreitender Forschung erwarten Patienten und Gesundheitsdienstleister sehnsüchtig die breitere Verfügbarkeit personalisierter Medizin. Die Zukunft dürfte maßgeschneiderte Behandlungen bringen, die genetische, umweltbedingte und Lebensstilfaktoren berücksichtigen und so die Behandlungsergebnisse für Menschen mit Neurodermitis, Psoriasis und verwandten Erkrankungen optimieren. Kontinuierliche Investitionen in Forschung und Patientenaufklärung sind weiterhin unerlässlich, um die Behandlung voranzutreiben und die Lebensqualität zu verbessern.
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